{"id":3253,"date":"2025-10-24T08:38:40","date_gmt":"2025-10-24T08:38:40","guid":{"rendered":"https:\/\/iraniansforum.com\/eu\/?p=3253"},"modified":"2025-10-24T08:38:40","modified_gmt":"2025-10-24T08:38:40","slug":"systematische-unterdruckung-der-bahai-im-iran-ein-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/iraniansforum.com\/eu\/systematische-unterdruckung-der-bahai-im-iran-ein-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit\/","title":{"rendered":"Systematische Unterdr\u00fcckung der Bah\u00e1\u2019\u00ed im Iran- ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\"><b><strong>Systematische Unterdr\u00fcckung der Bah\u00e1\u2019\u00ed im Iran- ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit<\/strong><\/b><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><b><strong>Die Welt muss den Bah\u00e1\u2019\u00ed im Iran beistehen<\/strong><\/b><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend in Deutschland \u00fcber das \u201eStadtbild\u201c des Bundeskanzlers Friedrich Merz diskutiert und protestiert wird, entscheidet im Iran der Glaube dar\u00fcber, wer \u00fcberhaupt auf den Stra\u00dfen leben darf. Im islamistischen Mullah-Staat werden Menschen nach ihrer Religion sortiert \u2013 wer nicht in das schiitische Weltbild der Ayatollahs passt, verliert sein Recht auf W\u00fcrde, Gesellschaft, Bildung und Leben. Diese religi\u00f6se Apartheid bildet das ideologische Fundament der Islamischen Republik \u2013 sie ist ihr moralisches Erkennungszeichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ayatollah Khomeini selbst erkl\u00e4rte die Verfolgung der Bah\u00e1\u2019\u00ed zur \u201ePflicht eines islamischen Staates\u201c. Dieses ideologische Fundament wirkt bis heute fort \u2013 als staatlich und systematisch sanktionierte Apartheid.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Bah\u00e1\u2019\u00ed sind die gr\u00f6\u00dfte nicht anerkannte religi\u00f6se Minderheit im Iran \u2013 rund 300 000 Menschen, deren blo\u00dfe Existenz vom Regime als Bedrohung betrachtet wird. Sie stehen f\u00fcr Demokratie, S\u00e4kularismus, Gleichberechtigung und Freiheit \u2013 und werden deshalb verfolgt, \u00fcberwacht und kriminalisiert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zugleich diffamiert der islamistische Mullah-Staat sie seit Jahrzehnten als \u201eSpione Israels\u201c. Dieser Vorwurf entspringt nicht nur religi\u00f6sem Fanatismus, sondern auch dem tief verwurzelten Antisemitismus des Regimes, das seine Feindbilder \u2013 Bah\u00e1\u2019\u00ed, Juden, Israel und den Zionismus \u2013 ideologisch miteinander verschmilzt. Dabei ist der Vorwurf historisch absurd: Das spirituelle Zentrum der Bah\u00e1\u2019\u00ed wurde bereits 1868 in Haifa und Akk\u00e1 gegr\u00fcndet \u2013 also 80 Jahre vor der Entstehung des Staates Israel. Diese bewusste Verdrehung der Geschichte dient allein dazu, die Gemeinschaft zu d\u00e4monisieren, zu kriminalisieren und ihre systematische Unterdr\u00fcckung zu rechtfertigen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Aktionen erfolgen zentral koordiniert \u2013 durch die Justiz und unter direkter Aufsicht des Geheimdienstministeriums und der Revolutionsgarden, unterst\u00fctzt von der verleumderischen Propaganda der Staatsmedien gegen die Bah\u00e1\u2019\u00ed im Land.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was die Bah\u00e1\u2019\u00ed seit 1979 erleben, ist nichts weniger als ein Versuch der Ausl\u00f6schung durch schleichende Repression. Kinder und Jugendliche werden vom Schul- und Hochschulunterricht ausgeschlossen, weil sie ihren Glauben nicht verleugnen. Akademiker und Unternehmer verlieren ihre Arbeitspl\u00e4tze, wenn ihre Religionszugeh\u00f6rigkeit bekannt wird. H\u00e4user und Gesch\u00e4fte werden beschlagnahmt, Friedh\u00f6fe gesch\u00e4ndet, Familien auseinandergerissen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seit der Macht\u00fcbernahme der Mullahs wurden nach Angaben der Bah\u00e1\u2019\u00ed International Community \u00fcber 200 Gl\u00e4ubige hingerichtet, Hunderte zu langen Haftstrafen verurteilt und Tausende aus dem \u00f6ffentlichen Dienst entlassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In den 1980er-Jahren erreichte die Verfolgung einen blutigen H\u00f6hepunkt. In Shiraz wurden 1983 zehn Bah\u00e1\u2019\u00ed-Frauen und sechs M\u00e4nner \u00f6ffentlich hingerichtet \u2013 ihr einziges \u201eVerbrechen\u201c bestand darin, ihren Glauben nicht aufzugeben. Diese Frauen, einige kaum zwanzig Jahre alt, lehnten es ab, dem Islam der Mullahs beizutreten, und bezahlten mit ihrem Leben. Ihre Hinrichtung bleibt bis heute ein Mahnmal f\u00fcr religi\u00f6se Grausamkeit und staatliche Willk\u00fcr. Kein Verantwortlicher wurde jemals zur Rechenschaft gezogen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Mullah-Justiz foltert und t\u00f6tet im Namen Gottes. Diese Gewalt trifft alle, die anders denken, lieben, glauben oder sich der Mullah-Gesellschaftsbild nicht unterwerfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">J\u00fcngst wurden zehn Bah\u00e1\u2019\u00ed-Frauen in Isfahan, der Partnerstadt von Freiburg, zu insgesamt 99 Jahren Haft verurteilt \u2013 ein klarer Akt religi\u00f6ser Apartheid und ein Schandfleck f\u00fcr jede europ\u00e4ische Stadt, die schweigend zusieht. Eine St\u00e4dtepartnerschaft mit Isfahan unter der Mullah-Verwaltung, in der Bah\u00e1\u2019\u00ed-Frauen inhaftiert, gefoltert und hingerichtet werden, darf nicht fortbestehen. Sie ist kein Symbol der Kultur und Verst\u00e4ndigung, sondern Ausdruck moralischen Bankrotts und des politischen Appeasements.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Laut einem Bericht der Bah\u00e1\u2019\u00ed International Community wurden allein 2024 \u00fcber 180 Bah\u00e1\u2019\u00ed verhaftet, mehr als 70 Wohnungen durchsucht und zahlreiche Gesch\u00e4fte zwangsweise geschlossen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die j\u00fcngsten Berichte best\u00e4tigen, dass auch nach dem 12-t\u00e4gigen Konflikt die Verfolgung weiter eskaliert. Die Internationale Bah\u00e1\u2019\u00ed-Gemeinde (BIC) erkl\u00e4rte am 19. Oktober 2025, dass islamistische Sicherheitskr\u00e4fte eine gro\u00dfangelegte Welle von Angriffen gegen Bah\u00e1\u2019\u00ed in sechs Provinzen durchgef\u00fchrt haben. Wohnungen und Arbeitsst\u00e4tten von 22 Bah\u00e1\u2019\u00ed wurden durchsucht, zahlreiche Personen verhaftet und ihre elektronischen Ger\u00e4te beschlagnahmt. Mehrere Gesch\u00e4fte wurden versiegelt \u2013 eine gezielte Strategie, die wirtschaftliche Existenz der Bah\u00e1\u2019\u00ed zu zerst\u00f6ren und die Gesellschaft einzusch\u00fcchtern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Human Rights Watch bezeichnete 2024 die Repression gegen die Bah\u00e1\u2019\u00ed als \u201eVerbrechen gegen die Menschlichkeit\u201c. Amnesty International dokumentierte zahlreiche F\u00e4lle, in denen Bah\u00e1\u2019\u00ed wegen \u201eillegaler Versammlungen\u201c \u2013 also Gebetstreffen in Privath\u00e4usern \u2013 zu Haft verurteilt wurden. Der UN-Sonderberichterstatter f\u00fcr Menschenrechte im Iran warnte vor einer \u201eneuen Welle religi\u00f6ser S\u00e4uberung\u201c, begleitet von digitaler \u00dcberwachung und wirtschaftlicher Erpressung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amnesty International erkl\u00e4rte im Mai 2024: \u201eDie gezielte Verfolgung der Bah\u00e1\u2019\u00ed im Iran erf\u00fcllt die Kriterien eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit und muss als solche geahndet werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch das Europ\u00e4ische Parlament verurteilte 2023 in einer Resolution die Diskriminierung der Bah\u00e1\u2019\u00ed und forderte die Freilassung aller inhaftierten Gl\u00e4ubigen. Doch Worte reichen nicht. Solange wirtschaftliche und politische Interessen gegen\u00fcber dem islamistischen Regime Vorrang haben, bleibt Europas Schweigen moralische Mitt\u00e4terschaft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Isfahan, jener Stadt, die in Deutschland und Europa als \u201eStadt der Kultur und Sch\u00f6nheit\u201c gilt, ist das Frauengef\u00e4ngnis zu einem Symbol religi\u00f6ser Apartheid geworden. Die dort inhaftierten Bah\u00e1\u2019\u00ed-Frauen werden bestraft, weil sie Kinder unterrichteten, \u00fcber ihren Glauben sprachen oder humanit\u00e4re Hilfe leisteten. Freiburg, das diese St\u00e4dtepartnerschaft nachdr\u00fccklich pflegt, muss handeln \u2013 nicht mit Symbolpolitik, sondern mit Konsequenz: Diese Appeasement-Partnerschaft muss beendet werden, solange dort unschuldige Frauen wegen ihres Bah\u00e1\u2019\u00ed-Glaubens eingesperrt sind. Freundschaft ohne moralische Integrit\u00e4t ist Komplizenschaft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Bah\u00e1\u2019\u00ed im Iran verk\u00f6rpern trotz aller Unterdr\u00fcckung Mut, W\u00fcrde und Friedfertigkeit. Sie glauben an die solidarische Haltung und Einheit der Menschheit \u2013 und werden gerade daf\u00fcr verfolgt. Ihre Geschichte ist ein Spiegel der iranischen Gesellschaft, der Opposition und der Jin Jiyan Azadi-Bewegung, und zugleich ein Pr\u00fcfstein f\u00fcr die Weltgemeinschaft. Wer heute schweigt, macht sich morgen mitschuldig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Freiheitskampf der Bah\u00e1\u2019\u00ed ist kein religi\u00f6ses Thema \u2013 er ist ein Menschheitsthema.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer heute f\u00fcr sie spricht, verteidigt nicht nur die Zukunft eines demokratischen Iran, sondern die W\u00fcrde des Menschen selbst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bah\u00e1\u2019\u00ed im Iran verk\u00f6rpern trotz aller Unterdr\u00fcckung Mut, W\u00fcrde und Friedfertigkeit. Sie glauben an die solidarische Haltung und Einheit der Menschheit \u2013 und werden gerade daf\u00fcr verfolgt. Ihre Geschichte ist ein Spiegel der iranischen Gesellschaft, der Opposition und der Jin Jiyan Azadi-Bewegung, und zugleich ein Pr\u00fcfstein f\u00fcr die Weltgemeinschaft. 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